Mittwoch, 21. September 2016

Kurze Hosen im Kingdom (12 letters of handmade fashion)

Uuuuuuh, wir waren im Urlaub - unserem erstem Auslandsurlaub, seit Sini auf der Welt ist. Devon (England) hieß der Landstrich, wo es uns hin verschlagen hatte. SO schöne und abwechslungsreiche Natur... Aber darum soll es ja heute eigentlich gar nicht gehen. Selbstgemachte Kleidung zum Buchstaben "K" steht auf dem Programm. Katha ist die charmante Gastgeberin diesen Monat.
Et voila, eine kurze Hose. Super "K"-Kleidungsstück, oder? Aus moosgrünem Samt, mit Bundfalten und goldenem Knopf. Neues Lieblingsteil!
Den Schnitt hatte ich schon mal bei dieser Hose als lange Variante verwendet. Ich spreche diesem Schnitt nun ganz offiziell meine allerhöchste Empfehlung aus. Ihr wollt euch eine schicke, bequeme Hose nähen? Dann ist das der Schnitt eurer Wahl! 
Das Oberteil kennt ihr bereits aus diesem Post, aber in dieser Kombi kann ich es euch noch mal ohne Latzhose davor zeigen.
Ein Urlaub ist für mich perfekt, wenn es überraschendes Wild Life gibt. Wie hier diese Herde Bergziegen. Ich finde ja sowieso, dass England ein absolut unterschätztes Reiseland ist. Aber ich schweife schon wieder ab.
Bevor die Frage aufkommt: Ja, ich war in diesem Outfit wandern. Eigentlich war zunächst nur ein ganz kurzer Shoot in der Nähe des Parkplatzes geplant und dann wollte ich meine Wandersachen anziehen. Dann hat es sich aber auf einmal zugezogen und ich bin eben so losgewandert, weil ich die ganze Zeit, auf ein bisschen Sonne für die Fotos gewartet hatte. Auf dem obigen Bild haben wir es dann tatsächlich geschafft innerhalb der zehn Sekunden Sonnenschein ein halbwegs zeigbares Foto zu schießen. Man bemerke den echt krassen Farbunterschied. Das Grün ist auf einmal tatsächlich viel grüner.
Und meine Schuhe. Voll schön, oder!? Ich kann mein Glück immer noch nicht fassen, dass ich die echt in meiner kleinen Kinderschuhgröße second hand gefunden habe. Das sind Melvin & Hamiltons! Deren Preis würde sonst eigentlich mein Budget absolut sprengen und ich Glückspilz hab die ganz zufällig zu einem Bruchteil des Originalpreises bekommen!!!
Sini hatte auch richtig viel Spaß. Sie ist tatsächlich den ganzen Berg alleine hoch und runter gewandert und geklettert. Ich bastel euch bestimmt noch einen kleinen Urlaubspost zusammen, um meine Lieblingsfotos zu teilen. Macht euch also auf ein bisschen off topic demnächst gefasst.








P.S.: Es ist Mittwoch - MeMadeMittwoch. Auch hier mische ich heute mal wieder mit.

Mittwoch, 24. August 2016

Streifenmini und sichtbarer Reißverschluss (12 letters of handmade fashion)

Vorweg: Meine Kamera ist kaputt und die Bilder mussten wir mit dem Handy machen. Daher ist die Bildqualität etwas mau. Ich versuch es aber mit einem bunten Outfit wieder wettzumachen.

Alles klar, es ist August und Fee von FAIRY LIKES hat für 12 letters of handmade fashion ein "S" gezogen. Ich liebe diese gemeinschaftliche Blogger-Buchstabenaktion. Wirklich! Aber jedes Mal sitz ich da und versuche total verkrampft meine bereits genähten Klamotten so aussehen zu lassen als würden sie ohne wenn und aber perfekt zum aktuellen Monatsbuchstaben passen. Zum Glück hilft Jenny mir da hin und wieder auf die Sprünge
Eigendlich hatte ich das Outfit bereits schon im Mai fertig. Wir waren zur Konfirmation meines Großcousins eingeladen und ich wollte was Buntes, Frisches tragen. Wie sich das anhört... Voll matronenhaft. Und doch war es genau so. 
Die Stoffe lagen schon seit Oktober letzten Jahres bei mir rum und waren seit Kauf (bei Stoff & Stil ...*hach*) für genau das geplant gewesen, was auch aus ihnen geworden ist. Das zeigt: Ich hab den Kopf stets voller Pläne, viel zu wenig Zeit diese umzusetzen aber IRGENDWANN wird dann trotzdem alles gemacht. Verworfen wird ein geplantes Kleidungsstück so gut wie nie bei mir.
Die Bluse besteht aus einem feinen Viskosewebstoff. Der Schnitt ist von Folk aus der CUT Nr.8. Ich mag den sichtbar eingestzten Reißverschluss. Da fühl ich mich ganz funky. Ich wollte auch erst wie in der Anleitung beschrieben alles mit Kappnähten nähen, hab aber mittendrin das Handtuch geworfen. Es war der totale Oberkrampf die geschwungenen Raglannähte aus dem flutschigen Stoff mit den genauen Millimeterangaben an den Nahtzugaben zu verarbeiten. Hab die Ärmel dann ganz stinknormal geheftet und mit Zickzackstich versäubert. 
Der Stoff vom Rock ist wunderschön. Verschiedene Blautöne mit eingezogenen Glitzfäden - wie aus einem Traum herausgeschnitten. Aber er fühlt sich furchtbar an. Wie der Sack vom Weihnachtsmann quasi. Das will ich echt nicht auf der Haut fühlen. Deswegen hab ich den Rock schlichtweg mit einem leichten Baumwollstoff gefüttert. Die Strumpfhose darunter muss ich aber immer schön hochziehen, denn sobald ich die obere Rockkante am Bauch spüre, bekomm ich Zustände.
Der Schnitt ist die Nr. 115 aus der Burda 9/2012.
Ich versuch Sini ja immer aus den Blogfotos rauszuhalten. Bei dem Fotoshooting hat sie sich aber den totalen Spaß daraus gamacht immer ins Bild zu rennen, wodurch die ganze Sache zu einer regelrechten Verfolgungsjagt ausgeartet ist. Aber wisst ihr was: Hauptsache mein Kind hat seinen Spaß und Bewegung an der frischen Luft!



Montag, 1. August 2016

Kinderrucksack

Letztes Jahr hat Sina von Björns Mutter einen kleinen Marienkäferrucksack geschenkt bekommen. Der musste überall hin mit und sie sah damit auch absolut niedlich aus. Wenn so ein laufender Meter mit Laufrad, Helm und Rucksack Berlin erobert, hat das etwas herzerweichend selbständiges.
Ich Rabenmutter hab den Rucksack aber nun bei einem unserer täglichen Ausflüge auf irgendeinem Spielplatz vergessen. Oh je! Nachdem wir das Fehlen bemerkten, war es leider schon zu spät. Sina sagte die ganze Zeit traurig: "Häferhuskack" was "Käferrucksack heißen soll und ich hatte schlechtes Gewissen.
Da versproch ich meinem Töchterchen einen neuen zu nähen.
Schon längere Zeit hatte ich die Idee von einem Beutel mit Guckloch für das Sandspielzeug. Da ich mitgenommenes Sandspielzeug aber wie eben auch den Rucksack generell auf dem Spielplatz vergesse, nehm ich mitler Weile gar keines mehr mit und die Idee mit dem Beutel rückte auf einen der alleruntersten Plätze meiner endlos langen To-Sew-Liste. Jetzt aber kam die Idee mit voller Wucht zurück: Ja, ein Guckloch-Rucksack. Geil!
Der Rucksack besteht aus einem wilden Materialmix. Der Boden und Teile der Träger sind aus Korkstoff, der Korpus aus Jeansstoff, den ich von dieser Hose übrig hatte. Den Mund machte ich aus Plane mit Schrägband als Lippen. Augen sind bestickter Baumwollstoff und der Stirn-Nasen-Teil mit den Ohren besteht aus selbstmarmoriertem Stoff. Gefüttert ist der Rucksack mit irgendeinem dubiosen DDR-Stoff, der irgendwo in meiner Stoffkiste rumlungerte.
Den Schnitt hab ich mir nach gut Dünken selber zusammengebastelt. Ist vom Prinzip wie ein gefüttertes Täschchen. Nur eben mit Trägern und Gesicht.
Vier Abende arbeitete ich immer ein wenig an dem Rucksack herum und Sini begrüßte mich jeden Morgen mit der Frage: "Mama, Huskack näht?" und begutachtete den Fortschritt. Ich persönlich bin very much in love mit diesem Rucksack aber ich glaube, Sina hätte immer noch gern lieber ihren Käferrucksack zurück. *seufz*
Ich hab zwar noch nicht Pokémon GO gespielt, aber irgendwie stell ich mir das so vor wie dieses Rucksack-Shooting. Irgendwo in der stinknormalen Landschaft sitzt auf einmal so ein kleines, dickes quietschbuntes Monster rum. 







P.S.: Achso, und falls sich jemand fragt, was da eigentlich aus dem Guckloch schaut: Ich hatte für letztes Jahr Weihnachten die Idee Sina-Merchandise für die enkelverrückten Großeltern zu machen. Da hab ich Bügelfolie mit einem Bild von der kleinen Maus bedruckt, das auf weißen Stoff gebügelt und dann ein kleines Kuscheltier draus genäht. Sah dann aber nicht so gut aus, wie ich mir das vorgestellt hatte, daher wurde die Produktion nach dem Prototypen wieder eingestellt und ich wollte die Minisina schon entsorgen. Die echt große (also, naja...) Sina hat aber die Mini-Me-Variante entdeckt und dann war an Entsorgung nicht mehr zu denken. That's the story.

Dienstag, 19. Juli 2016

Nähkurse im Zick-Zack Berlin

Hola Chicas, nachdem sich viele Berliner immer wieder bei mir beschwert haben: "Möh, Zehlendorf ist so weit weg..." und so weiter, kann ich heute froh verkünden: Partywoods-Nähkurse rutschen in Zukunft vier ganze S-Bahnstationen weiter ins Zentrum. Yay! Ab Oktober könnt ihr mit mir zusammen im Zick-Zack Berlin in der Albrechtstraße nähen. 

Das Zick-Zack ist ein kleines Stoffgeschäft mit einer R I E S I G E N Auswahl. Der Laden ist so quietschbunt und verrückt, dass ich mich von Anfang an da wohl gefühlt habe. Ich hoffe, ich kann einige von euch Zehlendorf-Muffeln nun also nach Steglitz verführen.

1. Anfängernähkurs
Für die Rookies unter euch gibt es das Rundum-Sorglos-Paket für den Einstieg. Ihr erlernt wie ihr die Nähmaschine einfädelt, wofür welche Einstellungen sind und habt gaaanz viel Zeit euch mit dem Maschinchen vertraut zu machen. Ich hab den Kurs so konzipiert, dass wirklich absolut kein Zeitdruck entsteht. Als fertiges Projekt entsteht ein kleines gefüttertes Täschchen mit Reißverschluss. Ich habe mitler Weile ja schon einige Kurse gegeben und ich schwöre euch: Es sah bisher bei jedem wunderschön aus!

Wann? 10., 17. und 24. Oktober jeweils von 19-21Uhr

2. Pulli-Nähkurs
Ihr könnt schon ein bischen nähen und braucht noch was Warmes für den Winter oder seid tatsächlich so clever euch jetzt schon Gedanken über Weihnachtsgeschenke zu machen? Dann ist der Pulli-Nähkurs genau das Richtige für euch! Anhand eines gut passenden Pullovers erstellt ihr hier selber den Schnitt für den perfekt sitzenden Raglan-Sweater und näht diesen natürlich auch. Ganz nebenbei erfahrt ihr, wie ihr auch ganz ohne Overlock-Maschine stretchige Stoffe verarbeiten könnt.

Wann? 31. Oktober, 07. und 14. November jeweils um 19-21Uhr

Ihr müsst schnell sein. Die ersten Anmeldungen sind schon eingetrudelt und pro Kurs gibt es nur vier Plätze. 

Also hoffe ich bald einige von euch kennenzulernen und mit euch in gemütlicher Runde zu nähen!









P.S.: Wer doch noch mit mir in Zehlendorf nähen will, kann das natürlich nach wie vor tun. Gebt mir einfach Bescheid, was ihr nähen wollt und ab zwei Teilnehmern können wir über die Termine reden.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Boyfriend Jeans und Bluse (Gimme a B! 12 letters of handmade fashion)

Diesmal muss ich mich nicht durch irgendwelche dubiosen Wortspielereien reinschummeln. Ich hab ein prima Outfit, welches vor Bs nur so strotzt. Boyfriend Jeans und Bluse nach Burda easy Schnitt aus schönem Baumwollstoff. Halloooo!?!
Ich hatte letztes Wochenende einen kompletten Tag Mutti-frei. Da hab ich ratzfatz zwei superpraktische, bequeme und kleidsame Stücke zusammengebastelt.

Für die Latzhose hab ich drei alte Hosen von Björn (noch ein "B". Ich werd verrückt.) zerschnitten und neu zusammengefügt. Im Latz hab ich statt des standartmäßigen Knopf- und Schnallenverschluss Ösen reingeschlagen und Karabiner zum Verschließen genommen. Auf der Packung der Karabiner stand übrigens: "Ausschließlich zur Herstellung von Schmuck zu verwenden." Oje, hoffentlich lande ich nicht in der DIY-Hölle, weil ich sie so rotzfrech zweckentfremdet habe.
Die Träger der Hose, welche im Übrigen bloß dünne Seile sind, hab ich lediglich hinten durch die Gürtelschlaufen gezogen und weiter oben zusammengeknotet. Funktioniert prima!
Da ich wegen des angesetzten Latz' ja den Originalverschluss der Hose zugenäht hatte, hab ich die Jeans schlichtweg seitlich ein wenig aufgetrennt und einen Reißverschluss von außen draufgesetzt. Erfüllt seinen Zweck und fügt sich vor allem auch schön in die Gesamtoptik. Hose fertig!
Beim Stoff für die Bluse hab ich mich beim Kauf ein bisschen vertan. Ähem. Irgendwie hatte ich das Preisschlid vom falschen Stoffballen in der Hand und dachte noch: "Whoa, voll günstig. Da nehm ich doch gleich mal zwei Meter." An der Kasse kam dann die Ernüchterung als ich feststellte, dass der Stoff drei mal so teuer war. Doh! Dafür hab ich ihn aber noch in der selben Woche verarbeitet. Und ich liiiiebe die Bluse!!! Mental klatsche ich gerade verzückt in die Hände. Letztendlich hat sich also alles ausgezahlt.
Oh lala, ich hatte ja genügend Stoff, da konnte ich auch den Schnitt in mehrere Teile zerlegen um eine lässig, wilde Linienführung zu gewährleisten. Und voll ordentlich treffen sich die Streifen, gell!?

Nähdetails
Hose: upgecycletes Jeanskonklomerat
Karabiner und Seil: von idee!
Schnitt der Bluse: 7a aus der Burda easy F/S 2012
Stoff: Hemdenstoff aus Baumwolle ebenfalls von idee!


Verlinkungen
memademittwoch
12 letters of handmade fashion

Ich bin überaus glücklich mit den beiden neuen Teilen. Habt ihr wahrscheinlich schon dem Text entnehmen können, der vor Eigenlob geradezu stinkt... Daher noch ein wenig ausgleichende Selbstkritik zum Schluss: Das Licht zum Fotografieren war denkbar ungünstig. Die Sonne stand hoch am Himmel und trotz Wolken musste ich die ganze Zeit die Augen zusammenkneifen und die Farben kommen leider auch gar nicht so zur Geltung, wie sie sollten. Möh!


Sonntag, 15. Mai 2016

Oha, diese opake Hose eignet sich prima für Outdoor-Aktivitäten. Oder wie ich mich in die Mai-Ausgabe von 12 letters of handmade fashion reinschummel...

Okay, ich geb zu, dass ich die Hose genäht hatte, bevor der Mai-Buchstabe bekannt gegeben wurde. Weder Schnitt, Stoff oder Kleidungsstück selber haben auch nur im entferntesten etwas mit "O" zu tun. Aber ich habe den ORDENTLICHSTEN Hosenreißverschluss ever eingenäht. Und damit qulifiziere ich mich also doch noch für die Mai-Ausgabe von 12 letters of handmade fashion die diesen Monat von Koko präsentiert wird.
Um einen stärkern O-Bezug zu haben hab ich Fotos ohne Schuhe gemacht. Nee, Scherz. Meine perfekten Schuhe hab ich irgendwo beim vielen Herumfahren zwischen unseren Familien verloren. Ein bisschen war ich traurig. Dann fiel mir ein, dass es auch noch richtige Probleme gibt und ich hab den Verlust verkraftet.
Dafür geb ich ein Maximum an Lässigkeit für die Fotos um das Fehlen der Schuhe wett zu machen. Aber eigentlich brauch ich gar nicht viel machen, denn die Hose erledigt ja alles für mich. Sie ist quasi Kleidung gewordene Lässigkeit. Ich liebe sie. Sie ist saubequem und ich fühl mich trotzdem schick angezogen mit ihr. Strike!
Der Schnitt ist aus der diesjährigen Februar-Ausgabe der Burda (111b) und ich war sofort Feuer und Flamme für den Schnitt. Gefallen haben mir die Bundfalten und die tiefergelegten Gürtelschlaufen...
... sowie die Abnäher hinten und die Paspeltaschen auf dem Po. Am Schnitt hab ich nur eine klitzekleine Veränderung vorgenommen. Ich habe die Beine nach unten schmaler werden lassen als im Originalschnitt.

WARNUNG! Wer sich vor Füßen ekelt, scrollt bitte schnell weiter!
Wichtig bei mir immer: Unendliche Bewegungsfreiheit! Und ich hab nicht mal Grasflecken in den mega-hellblauen Jeansstoff bekommen. Den wunderschönen Stoff hab ich übrigens aus dem Zick-Zack in Berlin Steglitz. An alle nähenden Berliner: Kennt ihr das Zick-Zack? Super Stoffladen. Ehrlich. Ich hab da bisher IMMER etwas passendes für meine Nähprohjekte gefunden und die Preise sind verglichen zu den anderen Stoffgeschäften die ich kenne (also Maybachufer zählt nicht, gell!?) echt günstig. Ende der Schleichwerbung.
Die Bluse hab ich übrigens second hand gekauft und das ist eeendlich mal eine gekaufte Bluse die tatsächlich passt. Wahnsinn! Ein Hoch auf Selbermachen und second hand!
In diesem Sinne schöne Pfingsten euch!








P.S.: Ich hab noch was von dem Jeansstoff übrig und möchte gern ein Cappy für meine kleine, süße Sina (sie ist zwei Jahre alt) draus nähen. Kann mir jemand einen guten Schnitt empfehlen? Bin noch nicht so im Mützen-Business involviert...

Mittwoch, 16. März 2016

A wie Augenjacke (12 letters of handmade fashion)

Ein sehr persönliches Bekenntnis zu Beginn: Ich würde gern viel häufiger mehr Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein ausstrahlen. 
Gerade bei Interaktion mit Fremden bin ich unsicher, in unerwarteten Konfrontationen häufig um Worte verlegen und schlagfertig bin ich ohnehin erst auf dem Nach-Hause-Weg. Manchmal fällt es mir unendlich schwer Blickkontakt im Gespräch aufrechtzuerhalten oder meiner Stimme einen festen, bestimmten Klang zu geben. 

Immerhin weiß ich ja aber über dieses Defizit Bescheid. Ich arbeite an mir. Das sage ich nicht nur so, sondern das tu ich wirklich.
Auf der Straße übe ich zum Beispiel ganz bewusst, den Blickkontakt zu Fremden auszuhalten, oder wenn ich mich unsicher fühle (also nachts allein in Berlin irgendwo am U-Bhf...) stell ich mir vor, ich werd von zwei riesengroßen, schwarzen Hunden begleitet. Dann verändert sich meine Körpersprache und mein Gang ganz automatisch. (Den Hunde-Trick hab ich aus dem Roman "Tigermilch" von Stefanie Velasco.)
Zudem habe ich auch festgestellt, dass ich mich in bestimmter Kleidung auch anders bewege als in anderer. Hab ich zum Beispiel meine Dr. Martens an, geht mir sofort das dazu passende Lied von den Kassierern durch den Kopf und keiner kann mir was. (Die Schuhe auf dem Foto sind allerdings von Esprit, aber die haben farblich gerade so gut gepasst.) 

Was hat das ganze Vorgeplänkel eigentlich mit dieser Jacke zu tun?
Eine Studie hat ergeben, dass sich Menschen eher den Regeln und sozialen Normen entsprechend verhalten, wenn sie sich beobachtet fühlen. Dazu reichte schon ein winziges Piktogramm eines Auges auf den anonymen Fragebögen. Das Ergebnis war jetzt vielleicht nicht wirklich überraschend aber immerhin die ausschlaggebende Inspiration zu dieser Jacke.
Dadurch entstand die Idee ein Kleidungsstück zu machen, dass mir ganz bewusst Selbstsicherheit verleiht. Zusätzlich zu dem Auge, welches mir quasi den Rücken schützt, hab ich extra festes Bügelvlies genommen und mich für eine hohe Kragenvariante entschieden. Außerdem hab ich diesmal kein husch-husch-ich-hab-keine-Zeit-das-Kleid-muss-bis-Ende-von-Sinas-Mittagsschlaf-fertig-sein-Stück genäht, sondern hab viele (also für mich viele, für andere ist so was Standart) Details mit eingearbeitet.
Die Jacke hat grüne Paspeln an den Saum- und Ärmelblenden, Leistentaschen, ...
... und ein wirklich schönes Futter aus Baumwollstoff. 
Fazit ist: Ich bin stolz auf diese Jacke und das verleiht mir wahrscheinlich die meiste Sicherheit. 

Details für Nähinteressierte zum Schluss
Schnitt: Mantel "Malu" von Schnittchen.
Änderungen am Schnitt: Keine sich überlappende Front. Ich wollte, dass man den Reißverschluss sieht.
Außenstoff: Wolle-Baumwollgemisch vom Maybachufer.
Futterstoff: Baumwollstoff aus dem Zick-Zack Berlin.
Paspel und Reißverschluss ebenfalls aus dem Zick-Zack Berlin.

Mit der Augenjacke mach ich bei 12 letters of handmade fashion mit.Die Challenge wird diesmal von Jenny moderiert und ich habe einen inneren Luftsprung gemacht, als sie das "A" gezogen hatte. Ich verfolge die Ergebnisse jedesmal ganz gespannt und freue mich riesig diesen Monat mitmischen zu dürfen. 

Und weil Mittwoch ist und die Hose ebenfalls selbergenäht, gibt es hier moch meinen Link zum Me-Made-Mittwoch. Jede Woche bin ich von der unglaublichen Schaffenskraft der Nähcommunity begeistert!